Das Hafenthema

Immer wieder thematisiert Amir Modabberi den Verfall und die Verlassenheit der Häfen im Zuge der Ökonomischen Krise. Eine bedrückende Stimmung breitet sich über die verwaisten Masten der Schiffe und die verschlissenen Boote aus eingedenk von Elend und Abwanderung der Menschen, deren Leben vom Handel abhängig ist.

Stiller, verlassener Hafen

40x 60 cm, Öl auf Leinwand (2013)

 

verregneter Hafen

40 x 60 cm, Öl auf Leinwand (2013)

 

Amir Modabberis Spiritualität, die in seine Gemälde einfließt, hat nichts mit Weltflucht zu tun. Sie ist alles andere als blind für das Verhältnis, das der Mensch zur Natur aufgenommen hat. Als er vor einigen Jahren an einer Küstenstadt vorbeikam, hatte ihn die Abwanderung der Menschen infolge des wirtschaftlichen Niedergangs sehr beschäftigt. Des Farbenreichtums der Stadt, wo einst ein blühender Handel das Leben pulsieren  ließ, wurde er nur nach und nach gewahr, aber er war zu ängstlich, um die Farben zu notieren. Er wünschte sich, die Verschmutzung der Atmosphäre der Küstenstädte, die von einer rücksichtslosen Industrie verursacht wurde, ungeschehen machen zu können. Sie verhinderten den freien Blick auf ein schönes landschaftliches Gefüge.

Sonnenuntergang am Meer um Mitternacht

50 x 70 cm, Öl auf Leinwand (2011)

 

Zugleich sind es zumeist verregnete Tage, die Modabberi an diese Orte fesseln, wenn er versucht, über diesen Regen der Stimmung der ökonomischen Verwahrlosung und Unterdrückung Ausdruck zu verleihen. Aber diese Bilder vermögen kraft der unheimlichen Stille letztlich doch die Schönheit des Meeres zu vermitteln, den Trost, den die Natur spendet.

verregneter Strand bei Bandar Anzali vor Sonnenaufgang

30 x 40 cm, Öl auf Leinwand (2012)