Berlinische Farbklänge
Zur neueren Malerei von Amir Reza Modabberi
Seine ursprünglich klassische Malerei, in der Amir Reza Modabberi sich vorwiegend mit einer mystisch empfundenen Natur auseinandersetzt, gewinnt seit etwa zwei Jahren deutlich modernere Züge. Viele Betrachter in unseren Breitengraden fühlen sich ganz besonders bei den Landschaftsbildern auf den ersten Blick an Caspar David Friedrich erinnert. Jedoch ist der aktuelle Farbauftrag eher dem Impressionismus und Expressionismus zuzuordnen. Auch ist die Inszenierung des Individuums in die Weite des Raumes und unter dem Firmament nicht Modabberis Sujet innerhalb seiner Landschaftsmalerei. Vielmehr sind es die Farben, die in seinen Augen die vielgestaltige Herrlichkeit der Schöpfung ausmachen und es ist das Licht, das immer anders vom Himmel herabsinkt, die eigentliche Stimme des Schöpfers, die an sein Ohr dringt.
Im Rahmen seines Berlinaufenthaltes seit etwa Mitte November 2024 ließ sich der in Täbris im Iran lebende Modabberi bei der Herstellung von über 50 Bildern in kaum 3 Monaten von solchen Momenten der Farb- und Lichteindrücke einzelner Sträucher, Gräser und kleinerer Baumgruppen inspirieren, um auch in der Metropole seinen unverwechselbaren Blick in die Natur auf die Leinwand zu bringen. Daneben befaßte er sich hauptsächlich mit dem urbanen Leben Berlins, wobei vor allem die Nachtmotive hervorstechen, aber auch geradezu stille Ecken werden in den Blick genommen oder in ihrer Bedeutung so gegensätzliche Denkmäler wie die Siegessäule und der Brunnen der Völkerfreundschaft finden sich hier versammelt. Ebenso die reinigende Kraft des Regens kommt mehrmals zur Darstellung. Durchaus beweist Modabberi auch Mut zur Abstraktion, wenn seine urbanistischen Motive den konkreten Ort Berlin transzendieren, wo man etwa meinen könnte, den Potsdamer Platz von der Spree durchkreuzt vorzufinden. Nicht zuletzt sind auch eine Reihe ausdrucksstarker abstrakter Bilder entstanden, die aber selten ganz den Boden des Realen unter ihren Füßen verlieren. Dennoch sind sie zumeist von etwas Verborgenem umwittert. Weniger Beachtung schenkt diese Ausstellung seinen Stillleben sowie Seestücken und Hafenmotiven, die in seinem Gesamtwerk einen beträchtlichen Raum einnehmen.
Eine Reihe scheinbar widersprüchlicher Momente destillieren sich in Modabberis Malerei aus dem über 40 Jahre hinweg betriebenen intensiven Studium aller Malstile, die die Welt kennt. Einerseits orientalische Aristotelik als wissenschaftliche Grundlage, die in Poesie, Gesang und Tänzen sufistische Mystik unters Volk mischte, um dereinst auf europäischem Boden in Giordano Bruno den Kosmos der Renaissancezeit lobpreisen zu lassen, andererseits stoische Gelassenheit in der Naturzuwendung jenseits von Weltflucht gepaart mit dem freien Kosmopolitismus als spinozistisch gedachte existenzielle Einheit bestimmen das geistige Rückgrat seines Schaffens.
Seine aktuelle Hinwendung zum Impressionismus und Expressionismus verdankt sich seinem frischen Streben, über seinen Ruhm im Iran hinaus in
Kontakt zu treten mit den gegenwärtigen Sichtweisen des modernen Europas. Der Kunstgenuß hiesiger Breitengrade fühlt sich bei Modabberi ebenso beheimatet in gewohnten Ausdrucksformen der Moderne, wie er der Andersheit einer fremdartigen Mystik begegnet, die vornehmlich in seiner Landschaftsmalerei zu Tage tritt. Denn gerade hier offenbart sich am Ende ein Naturverhältnis als unmittelbare Betroffenheit und als ein Geheimnis, das sich eben nicht im Jenseits oder in bloßer Innerlichkeit verbirgt, sondern d a ist – in der Welt, zu der Modabberi mit den Betrachtern seiner Werke selbst gehört und die sich im Geiste seiner Farbklänge auch dort mitteilt, wo das Grau in Grau des hektischen Großstadtmenschen das Alltagsbild der Metropole Berlin zu bestimmen scheint.
00445
Umweltzerstörung durch elektronische Wellen
87cm x 87 cm, Öl auf Leinwand (2023)
00467
Farbenpracht unserer Galaxie
38cm x 46cm, Öl auf Leinwand (2023)
00361
Wartezeit
38cm x 38cm, Öl auf Leinwand (2024)
00549
Segler am Wannsee
59cm x 140cm, Öla uf Leinwand (2025)
00183
Mädchen zwischen Bäumen
68cm x 43cm, Öl auf Leinwand (2023)
00511
Berg
33cm x 43cm, Öl auf Leinwand (2024)
00520
herbstliches Zeichen in Berlin
52cm x 53cm, Öl auf Leinwand (2024)
00522
einzelner Baum
34cm x 42cm, Öl auf Leinwand (2024)
00528
Zartheit der Sonnenblume
45cm x 60cm, Öl auf Leinwand (2024)
00529
Baum im Winter
46cm x 79cm, Öl auf Leinwand (2024)
00533
Herbst in Berlinischem Wald
62cmx 90cm, Öl auf Leinwand (2024)
00509
Berlinische Blume III
44cm x 36cm, Öl auf Leinwand (2024)
00489
Stadtleben
48cm x 38cm, Öl auf Leinwand (2025)
00500
Los Angeles
87cm x 87cm, Öl auf Leiwand (2025)
00532
Berlinische Farbklänge
96cm x 69cm,Öl auf Leinwand (2025)
00536
Nacht in Berlin III
110cm x 140cm, Öl auf Leinwand (2025)
00543
Herbstgasse
120cm x 52cm, Öl aufLeinwand (2025)
00515
Siegessäule in Berlin
42cm x 52cm, Öl auf Leinwand (2024)
00517
Brunnen der Völkerfreundschaft in Berlin
43cm x 52cm, Öl auf Leinwand (2024)